Donald Trumps Ambitionen, Grönland unter US-Kontrolle zu bringen, stoßen im Capitol auf unerwartet harten Widerstand. Während der Präsident seine Expansionspläne forciert, formiert sich im Senat eine parteiübergreifende Allianz, die eine Annexion per Gesetz verhindern will. Der Ton zwischen dem Weißen Haus und den eigenen Parteikollegen verschärft sich drastisch.
Der „NATO Unity Protection Act“: Riegel vor die Annexion
Die republikanische Senatorin Lisa Murkowski (Alaska) und ihre demokratische Kollegin Jeanne Shaheen (New Hampshire) haben einen Gesetzentwurf vorgelegt, der direkt auf Trumps Grönland-Vorstoß zielt. Der Kern des Entwurfs:
- Verbot der Annexion: Die einseitige Übernahme von Territorien anderer NATO-Staaten soll gesetzlich untersagt werden.
- Finanzielle Blockade: Sollte die Regierung dennoch versuchen, Grönland zu annektieren, würden die Haushaltsmittel für das Verteidigungs- und Außenministerium automatisch gesperrt.
Murkowski warnt deutlich: Eine Übernahme Grönlands würde den Nordatlantikvertrag untergraben und die Allianz gegenüber Russland und China schwächen.
Trump schießt scharf: „Verlierer“ und „Katastrophen“
Der Präsident reagierte gewohnt dünnhäutig auf die Rebellion in den eigenen Reihen. Am Rande eines Auftritts in Michigan bezeichnete er das Vorgehen der Senatoren als „Schande“ und griff sie persönlich an:
- Rand Paul wurde als „Loser“ tituliert.
- Lisa Murkowski und Susan Collins bezeichnete Trump kurzerhand als „Katastrophen“.
Trotz der harten Rhetorik bleibt die Lage im Senat kompliziert. Zwar haben bereits fünf Republikaner ihre Unterstützung für das Gesetz signalisiert, doch das Weiße Haus setzt alles daran, die Abweichler wieder auf Linie zu bringen.
Diplomatischer Krisengipfel in Washington
Während im Kongress gestritten wird, sucht Dänemark das direkte Gespräch. Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen trifft heute in Washington auf US-Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio.
Besonders brisant: Auch die grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt ist bei dem Gespräch dabei. Parallel dazu sucht die Opposition im Senat den Schulterschluss mit Europa: Lisa Murkowski trifft sich bereits am Mittwoch mit dem dänischen Botschafter.
Hintergrund: Warum Grönland?
Grönland ist aufgrund seiner Lage und seiner Rohstoffvorkommen (Seltene Erden) strategisch hochgradig wertvoll. Während Trump auf einen Kauf oder eine Annexion setzt, beharrt Dänemark darauf: Die Insel steht nicht zum Verkauf.



