Washington, 22. Mai 2025 – Beim offiziellen Empfang des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa (72) im Weißen Haus sorgte US-Präsident Donald Trump (78) für einen Eklat. Trump konfrontierte seinen Gast mit schwerwiegenden Vorwürfen: Er sprach von einem angeblichen „Völkermord“ an weißen Farmern in Südafrika und forderte eine Erklärung für deren „Hinrichtungen“ und die Enteignung ihres Landes.
Um seine Aussagen zu untermauern, ließ Trump während des Treffens Videoaufnahmen zeigen, die laut ihm Gräber weißer Farmer darstellen sollten. Zudem präsentierte er gedruckte Medienberichte über angebliche Gewalt gegen diese Bevölkerungsgruppe und übergab Ramaphosa einen Stapel entsprechender Artikel. Der südafrikanische Präsident zeigte sich irritiert und fragte: „Wissen Sie, wo das ist, Herr Präsident? „Ich würde das gerne herausfinden, denn ich habe das noch nie gesehen.“
Der Faktencheck
Ein anschließender Faktencheck der Nachrichtenagentur AFP ergab: Die gezeigten Aufnahmen stammen nicht aus Südafrika, sondern aus Goma in der Demokratischen Republik Kongo.
Trumps Aussagen beziehen sich auf einen vielfach widerlegten Verschwörungsmythos aus rechtsextremen Kreisen, der einen „weißen Genozid“ in Südafrika behauptet. Zwar gibt es im Land eine hohe Kriminalitätsrate, auch auf dem Land – diese betrifft jedoch Menschen aller Ethnien gleichermaßen. Für gezielte Gewaltverbrechen ausschließlich gegen weiße Farmer existieren keine stichhaltigen Belege.
Trump verwies in seinem Vorwurf auf ein südafrikanisches Gesetz, das Enteignungen ohne Entschädigung unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Bereits im Februar hatte die US-Regierung unter Trump deshalb finanzielle Hilfen an Südafrika eingefroren, im März folgte die Ausweisung des südafrikanischen Botschafters aus Washington.
Ramaphosa reagierte auf die Vorwürfe ruhig und betonte seine Gesprächsbereitschaft. „Wir haben von Nelson Mandela gelernt, dass man bei Konflikten miteinander spricht“, erklärte er. Einen Seitenhieb konnte sich der Präsident jedoch nicht verkneifen: In Anspielung auf das von Katar geschenkte Luxusflugzeug für Trump scherzte er: „Es tut mir leid, dass ich kein Flugzeug für Sie habe.“
Trotz des kontroversen Treffens bezeichnete Ramaphosa den Besuch zum Abschluss als „sehr gelungen“.



