Ab dem 27. September gelten strengere Vorgaben für Umweltaussagen in der Werbung. Begriffe wie „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ dürfen nicht mehr pauschal verwendet werden. Unternehmen müssen ihre Aussagen belegen – Verbraucherinnen und Verbraucher sollen klarer erkennen können, was hinter einem Nachhaltigkeitsversprechen steckt.
Mehr Klarheit im Supermarktregal
Wer Produkte kauft, begegnet täglich grünen Verpackungen, Blättern, Naturbildern und großen Umweltversprechen. Bisher war oft schwer zu unterscheiden, ob hinter einer Aussage eine nachprüfbare Leistung steht oder vor allem Marketing. Genau diese Lücke sollen die neuen Regeln schließen. Allgemeine Werbesätze ohne belastbaren Nachweis verlieren damit an Boden.
Für Käufer ist das relevant, weil nachhaltige Entscheidungen häufig auch mit einem höheren Preis verbunden sind. Wer mehr bezahlt, weil ein Produkt angeblich besonders klimafreundlich ist, soll sich auf diese Information verlassen können. Die neuen Vorgaben sind deshalb kein Detail für Werbeabteilungen, sondern eine Frage des Verbraucherschutzes.
Neue Labels sollen Orientierung geben
Zusätzlich kommen EU-weit zwei Kennzeichnungen: Ein Gewährleistungslabel informiert über den gesetzlichen Anspruch auf Reparatur oder Ersatz. Ein weiteres Label soll zusätzliche Haltbarkeitsgarantien sichtbar machen. Das kann Kaufentscheidungen verändern – weg vom schnellen Ersatz, hin zu Produkten, die länger nutzbar sind.
Gerade bei Elektrogeräten, Möbeln und Alltagsprodukten kann diese Information entscheidend sein. Eine lange zugesagte Nutzungsdauer ist kein Ersatz für gute Qualität, sie macht aber sichtbar, welches Versprechen ein Anbieter tatsächlich übernimmt. Wer bewusst einkaufen will, erhält damit einen zusätzlichen Anhaltspunkt, statt sich allein auf Werbebilder verlassen zu müssen.
Was Unternehmen jetzt konkret prüfen müssen
Für Unternehmen bedeutet das Umdenken. Nachhaltigkeit bleibt ein wichtiges Verkaufsargument, muss aber präziser kommuniziert werden. Glaubwürdig ist nicht die lauteste Aussage, sondern die nachvollziehbare: Welche Materialien werden genutzt? Wie lange hält das Produkt? Welche Standards gelten wirklich?
Marketing, Produktentwicklung und Rechtsabteilungen dürften künftig enger zusammenarbeiten müssen. Denn eine Kampagne, die mit einem pauschalen Umweltversprechen wirbt, kann schnell zum Risiko werden. Wer seine Aussagen sauber dokumentiert und verständlich erklärt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch die eigene Marke.
Chance für ehrliche Anbieter
Die Regeln treffen vor allem pauschale Versprechen. Anbieter, die ihre Lieferketten, Reparaturangebote oder Zertifizierungen dokumentieren können, erhalten zugleich eine Chance, sich deutlich abzuheben. Transparenz wird damit vom Risiko zum Wettbewerbsvorteil.
Entscheidend wird die Umsetzung sein. Verbraucher brauchen verständliche Informationen, Unternehmen klare Leitlinien und Behörden wirksame Kontrolle. Wenn das gelingt, könnten Nachhaltigkeitsversprechen wieder mehr sein als ein hübsches Etikett: eine verlässliche Grundlage für Kaufentscheidungen.
Quelle: Bundesregierung, Neuregelungen im September 2026.



